HR-Europameisterschaft: Teamgeist nicht nur auf dem Rasen
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HR-Europameisterschaft: Teamgeist nicht nur auf dem Rasen

Talent Management

HR-Europameisterschaft: Teamgeist nicht nur auf dem Rasen

June 15, 2016 Sascha Grosskopf

Seit Freitag regiert König Fußball auch die Unternehmenswelt. Doch wenn der Ball bekanntlich rollt und das Runde ins Eckige platziert werden soll, droht häufig ein Interessenkonflikt auf der Arbeit: Die versammelte Mannschaft der Mitarbeiter will die Mannschaft um Jogi Löw auf dem Platz sehen, die Unternehmer wollen dagegen keine Stagnation der Produktion und der Geschäfte. Da die Wettbüros Deutschland als heißen Anwärter auf den Titel sehen und unsere Jungs sicher nicht in der Vorrunde rausfliegen werden, können wir uns auf viele Spiele um Toni Kross, Thomas Müller, Manuel Neuer etc. freuen – anders als in Ländern mit geringen Erfolgsaussichten (seien wir ganz ehrlich) wie Island oder Albanien. Dementsprechend gibt es auch einen Unterschied über die Begeisterung in den europäischen Büros.

Doch nicht nur in Sachen Fußball-EM tun sich in der Arbeitswelt große Gräben zwischen Deutschland und seinen Nachbarn auf. Eine europaweite Studie von IDC in Zusammenarbeit mit Cornerstone OnDemand hat jüngst festgestellt, dass sich nicht einfach nur die Arbeitsumgebung innerhalb Europas, sondern auch die Einstellung und Zufriedenheit der Mitarbeiter deutlich unterscheidet. Dies ergibt sich u.a. durch eine Verzahnung zwischen der Mitarbeiterzufriedenheit und dem Konzept des flexiblen Arbeitens. Doch gerade hier ist Deutschland alles andere als Europameister. Auch die Schweiz, Großbritannien und Polen weisen nur ein geringes Maß an flexiblen Arbeitsmodellen auf. Da reicht es der Belegschaft auch am Ende nicht, Meister der Herzen zu sein, denn der begehrte Titel würde in diesem Fall an Schweden gehen. Ja, Sie haben richtig gelesen: Schweden. Aber auch die anderen skandinavischen Länder sowie Benelux und Spanien bieten ihren Mitarbeitern ein hohes Maß an Gestaltungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz wie beispielsweise das Home Office. Zur Veranschaulichung: In Polen arbeiten weniger als 50 Prozent der Mitarbeiter von zuhause aus – in Spanien dagegen 81 Prozent! Wollen wir, dass Spanien etwa wieder den EM-Titel holt? Siesta…

Dabei wäre die EM die ideale Basis, um exakt jene neuen Wege zu beschreiten. Mehr noch: Arbeitgeber sollten das Fußballturnier als Chance begreifen, den betrieblichen Teamgeist zu stärken. Denn ein guter Personaler sollte nie die soziologischen Bindungskräfte innerhalb der Belegschaft unterschätzen. Sie sind wie die Hand Gottes von Diego Maradona bei der WM 1986 – man sieht sie nicht, aber es ist dennoch (spiel-)entscheidend. Flexible Arbeitszeitmodelle würden von den Mitarbeitern der Unternehmensführung hoch angerechnet werden, wenn sie deswegen Löws Jungs auf dem Platz beim Kicken zuschauen könnten. Statt ein erneutes Sommermärchen zu unterbinden, sollte man die Stimmung nutzen, indem man beispielsweise ein firmeninternes Tippspiel veranstaltet. Manche Unternehmen wie Amazon oder BMW organisieren sogar für die Spiele vom Vormittag interne Public Viewings. Natürlich sollte dies alles im Rahmen passieren, sodass der Arbeitsablauf nicht ins Stocken gerät. Doch es gibt auch andere Aspekte, in denen Deutschland hinterherhinkt.

Bei der Studie wurden 1.352 HR-Verantwortliche und Manager aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in 16 europäischen Ländern befragt. Da zeigte sich rasch, dass man auch in anderen Bereichen der Unternehmensführung wenig flexibel ist. So führten beispielsweise noch rund zwei Drittel der Firmen klassische Leistungsbeurteilungen durch, und diese häufig auch nur jährlich. Dies ist eine Folge der geringen Durchdringung der deutschen Wirtschaft in punkto Digitalisierung. Hintergrund dieser Fehlentwicklung ist möglicherweise die verzerrte Wahrnehmung zwischen Management und Personalabteilungen. Zum Beispiel gehen bloß 32 Prozent der Personaler von einer negativen Bewertung in ihrem Betrieb durch das Management aus, aber in Wahrheit sind rund 41 Prozent der Führungskräfte mit den Abläufen unzufrieden. Zudem besteht auch keine Einigkeit darüber, wie sich der Erfolg von HR-Maßnahmen optimal messen lässt: Während die Personaler den Fokus auf Neueinstellungen legen, führen Linienmanager dagegen die Zeit an, die Mitarbeiter brauchen, um voll einsatzbereit in den Betrieb eingebunden zu sein.

Vielleicht hilft auch dort das gemeinsame Verfolgen von Jogis Jungs, die Barrieren zwischen den Betriebsbereichen aufzuweichen. Dass es jedoch auch strukturelle Schwierigkeiten gibt, wird Cornerstone am 21. Juni in München demonstrieren, denn dort werden die Gesamtergebnisse der Europastudie vorgestellt. Als Redner wird Armin Trost gleichzeitig über die Zukunft der HR sprechen. Der Tag ist nicht zufällig gewählt, denn während die Veranstaltung bis 13:00 Uhr läuft, kommt es zu keinen Kollisionen um 18:00 Uhr. Denn dort trifft unser Team auf die Auswahl von Nordirland.

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